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Modellierung potenzieller Auswirkungen turbinenbedingter Mortalität an mittelgroßen Fließgewässern auf Populationen typischer europäischer Flussfischarten

  • Andreas Zitek*
  • , Clemens Ratschan
  • , Josef Schneider*
  • *Corresponding author for this work

Research output: Contribution to journalArticlepeer-review

Abstract

Mittels altersklassenbasierter Populationsmodellierung wurden die möglichen Auswirkungen turbinenbedingter Mortalität unterschiedlicher Altersstadien durch Barotrauma (Larven- und Jungfischstadien bis 0+) und Blade-Strike-Verletzungen (Fische ab 1+) an mittelgroßen Fließgewässern auf Populationen der typischen europäischen Flussfischarten Äsche, Aitel, Barbe, Flussbarsch und Nase in Abhängigkeit von der Wahrscheinlichkeit der Turbinenpassage berechnet. Jeder Altersklasse wurden dabei basierend auf existierenden Informationen natürliche Ausgangsmortalitäten zugewiesen und entsprechend den ermittelten Schädigungsraten für die definierten Prozentsätze der jeweils abwandernden Stadien eine turbinenbedingte Mortalität hinzugefügt. Um die Effekte von Schädigungen durch Barotrauma und Blade Strike abzuschätzen, wurden diese Effekte für zuvor festgelegte stabilisierte Populationen ohne Berücksichtigung anderer natürlicher Faktoren für Populationen von Äsche, Aitel, Barbe, Flussbarsch und Nase modelliert (sog. „Zero-Impact-Ansatz“). Es wurde einerseits das theoretische jährliche Schädigungspotenzial aller potenziell in unterschiedlichen Prozentsätzen durch Turbinen abwandernden Altersstadien ohne Berücksichtigung der natürlichen Mortalität errechnet, andererseits erfolgte die Modellierung der isolierten Auswirkung turbinenbedingter Mortalität auf Populationsniveau über einen Zeitraum von 25 Jahren. Ziel dieser Modellierung war die Evaluierung der Auswirkung der Effekte von unterschiedlichen Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen. Das jährliche Schädigungspotenzial bei Adultfisch-Populationen lag, je nach angenommener Wahrscheinlichkeit einer jährlichen Abwanderung durch eine Turbine (17 bzw. 39 % bzw. 1 % und 10 % beim Flussbarsch), zwischen 2,7 und 6,1 % (Äsche), 2,4 bis 5,5 % (Aitel), 2,4 bis 5,6 % (Barbe), 0,04 bis 0,41 % (Flussbarsch) und 3,1 bis 7,0 % (Nase), bei der Betrachtung aller Altersstadien ab 1+ bei 2,1 bis 4,8 % (Äsche), 1,1 bis 2,6 % (Aitel), 1,2 bis 2,8 % (Barbe), 0,02 bis 0,22 % (Flussbarsch) und 1,4 bis 3,3 % (Nase). Die berechnete jährliche Abnahme der Biomassen für die Leitfischarten Nase, Barbe und Aitel ab 1+ lag zwischen 2,2 und 6,7 %. Mechanische Barrieren unterschiedlicher Stabweite waren nicht in der Lage, die mortalitätsbedingten Ausfälle zu kompensieren, was lediglich durch entsprechende Verbesserung der Überlebensfähigkeit von Eiern, Larven und Juvenilen gelang.
Original languageGerman
Pages (from-to)440–464
JournalÖsterreichische Wasser- und Abfallwirtschaft
Volume77
DOIs
Publication statusPublished - 27 Jun 2025

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