Hans Speiers Fahrten durch Deutschland und Österreich nach Ende des Zweiten Weltkriegs und das Akteursbild heutiger Soziologiegeschichte: Ein Essay gegen den Moralismus

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Abstract

Nicht selten fällt Soziologiegeschichte dem Moralismus anheim. Am deutlichsten wird das dort, wo sie sich mit Akteur:innen befasst. Anstatt deren Motivlagen verstehen zu wollen, sucht sie Schuldige. Sie konstatiert individuelle Versäumnisse, wo sie eigentlich soziologische Dynamiken identifizieren müsste. Und genau hier, das heißt in der möglichst genauen und sachlichen Rekonstruktion von Motivlagen, liegt auch ein Ausweg aus der Moralismusfalle. Es geht um eine Vermenschlichung der Akteur:innen in der Soziologiegeschichte. Unter Rückgriff auf Aufzeichnungen und Briefe, die der deutsch-amerikanische Sozialwissenschaftler Hans Speier (1905–1990) während seiner Reisen durch Deutschland und Österreich kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs verfasste, zeichnet dieser Essay die Konturen eines vermenschlichten Umgangs der Soziologiegeschichte mit ihren Akteur:innen nach.
Original languageGerman
Title of host publicationZyklos 8
Subtitle of host publicationJahrbuch für Theorie und Geschichte der Soziologie
EditorsMartin Endreß, Stephan Moebius
PublisherSpringer VS
Pages211-229
ISBN (Electronic)978-3-658-48748-5
ISBN (Print)978-3-658-48747-8
DOIs
Publication statusPublished - 30 Oct 2025

Publication series

NameJahrbuch für Theorie und Geschichte der Soziologie
PublisherSpringer
ISSN (Print)2945-8595
ISSN (Electronic)2945-8609

Fields of Expertise

  • Sustainable Systems

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